Transzendentale Meditation

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Transzendentale Meditation (TM) ist eine Meditationstechnik, die seit 1957 durch eine von dem Inder Maharishi Mahesh Yogi gegründete Organisation gelehrt und propagiert wird. Der Name der Organisation wurde mehrmals geändert; seit 2000 tritt sie als „Globales Land des Weltfriedens“ auf. Nach Maharishi Mahesh Yogi basiert die Technik auf Ideen der Veden und mündlichen Überlieferungen seines Lehrers Swami Brahmananda Saraswati. Neben der Meditationstechnik (TM), die kostenpflichtig gelehrt wird und deren Name von der Organisation markenrechtlich geschützt ist, bietet die Organisation Zusatzechniken an, wie das „Yogische Fliegen“. Ayurveda, Bildung, Landwirtschaft, Architektur, Astrologie und Musik sind weitere Bereiche, in denen die TM-Organisation Lehren anbietet und wirtschaftlich aktiv ist. Ziel der Bewegung ist es, die Gesellschaft nach ihren Prinzipien umzubauen, was zu einer Verringerung von Leiden und zu mehr Glück für alle Menschen führen soll. Über die Gründung von Naturgesetzparteien war die Bewegung auch politisch aktiv.

Geschichte 1957–1967 

Nach dem Tode seines Lehrers Swami Brahmananda Saraswati („Guru Dev“, Sanskrit: „göttlicher Lehrer“), der als Shankaracharya ein geistiger Würdenträger Indiens gewesen war, zog sich Maharishi 1953 für zwei Jahre nach Uttar Kashi, Himalaya zurück. 1955 schloss sich eine Reise ins südliche Indien an, die schließlich 1957, während einer Festversammlung in Madras zu Ehren seines Lehrers, zur Gründung des Spiritual Regeneration Movement führte. Im April 1959 bereiste Maharishi zum ersten Mal die USA und initiierte in Los Angeles und San Francisco mehrere hundert Menschen in die TM-Meditationstechnik. Anfänglich lehrte Mahrishi die Technik selbst. 1959 wurde auf einer ersten Konferenz die TM-Bewegung organisiert und institutionalisiert. Lehrer sollten ausgebildet werden, die TM-Technik selbst weiterzugeben. 1960 reiste Maharishi nach Westdeutschland. Ab 1961 fand eine zentrale internationale Ausbildung von TM-Lehrern in Indien unter der Leitung ihres Gründers statt, aus der auch die ersten Lehrer für Deutschland hervorgingen. 1962 existierten in der Bundesrepublik Deutschland bereits 18 TM-Zentren, deren Zahl bis 1972 auf etwa 60 anstieg.

In den ersten fünf Jahren bestanden die Anhänger der TM in den USA weitgehend aus spirituell interessierten Erwachsenen der Mittelschicht. Im Jahr 1965 wurde die Students' International Meditation Society gegründet, mit der es gelang, junge Mitglieder, insbesondere Studenten, zu rekrutieren (12.000 Mitglieder 1968, 33.000 Mitglieder 1970). Gleichzeitig veränderten sich die Schwerpunkte der Organisation und die spirituelle Ausrichtung trat zugunsten wissenschaftlicher Aspekte vermehrt in den Hintergrund. Sie begann, die positive wissenschaftliche Beurteilung der Meditation zu betonen. Ein Grund für den Erfolg in der frühen Phase der TM-Bewegung ist dem Sozialwissenschaftler Hank Johnston zufolge die Fähigkeit der TM-Organisation, sich durch die Allgemeinheit der Technik und durch organisatorische Entscheidungen verschiedenen Zielgruppen anzupassen.

1967–2000

Zunehmend gelang es der TM-Bewegung, sich medial zu präsentieren. Die Hinwendung der Beatles und anderer Stars (Mia Farrow, Shirley MacLaine, Mike Love von The Beach Boys, Donovan) zur TM um 1968 verhalf ihr zu einem neuen Boom im Westen. Der TM half dabei auch ein zunehmdes Interesse an östlicher Philosophie in Amerika. Obwohl sich die Beatles danach wieder von Maharishi abwandten, hat ihre Popularität die Ausbreitung der TM eher gefördert. Einzelne Beatles-Mitglieder wie Paul McCartney und George Harrison bekannten sich später wieder zu seiner Meditation.

Im Jahre 1980 kehrte Maharishi von Seelisberg am Vierwaldstättersee nach Indien zurück und ließ in der Nähe von Neu-Delhi das Maharishi Nagar als neues Zentrum der Bewegung entstehen. Ein wichtiges deutsches Zentrum befand sich im niedersächsischen Schledehausen. 1986 wurde ein „Weltplan für vollkommene Gesundheit“ auf Basis des Ayurveda verkündet. Diese Aktion führte zur Einrichtung zahlreicher Maharishi-Ayurveda-Kliniken.

1991 wurden in mehreren Ländern auf Vorschlag Maharishis politische Parteien gegründet, in Deutschland 1992 unter dem Namen Naturgesetzpartei.Sie wurden inzwischen wieder aufgelöst. Die Naturgesetzpartei hatte nach eigenen Angaben bis zu 1.500 Mitglieder. Maharishi sieht sich in Opposition zu den herrschenden Regierungen und hält diese für unfähig und korrupt.

2000 bis heute

Im Oktober 2000 benannte Maharishi seine Dachorganisation um zu „Globales Land des Weltfriedens“, mit dem zusätzlichen Schwerpunkt, eine Art virtuelles „Land“ ohne Grenzen „für alle friedliebenden Bürger der Welt“ zu schaffen. Eine eigene Währung wurde eingeführt, der Raam, der in begrenztem Umfang in Holland und in den USA im Umlauf ist.

Unterstützung erhält die TM-Organisation seit 2005 von dem Filmregisseur David Lynch (Twin Peaks, Mulholland Drive) und seiner David Lynch Foundation for Consciounsness Based Education and World Peace.[8][9] Auf einer Tournee durch Amerika und Europa warb Lynch für den Bau von „Unbesiegbarkeits-Universitäten“.

Der Folksänger und Songwriter Donovan (Hurdy Gurdy Man, Mellow Yellow) gab 2007 Pläne für eine Invincible Donovan University in seiner Heimat Schottland bekannt, in der u. a. Transzendentale Meditation gelehrt werden soll.Die Organisation gibt bekannt, ihren westlichen Hauptsitz vor die Westküste von British Columbia, Kanada, auf die Insel Ganges Island zu verlegen.

Zum Organisationsverbund von TM gehörten bzw. gehören (in chronologischer Reihenfolge:

* international

Spiritual Regeneration Movement (SRM), World Plan Executive Council, Weltvereinigung für Ayurveda-Medizin, Maharishi Global Revenue Fund, World Peace Endowment Fund, Global Country of World Peace;

* deutschsprachiger Raum, national

Internationale Meditationsgesellschaft (IMS), Gesellschaft der Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung zur Förderung der TM und der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz (GTM), Siddha Corporation, Samhita GmbH, Maharishi Veda GmbH, Vedisches Friedenskorps;

* deutschsprachiger Raum, lokal

Weltplan-Center (1960er und 1970er Jahre), Center des Zeitalters der Erleuchtung (1980er Jahre), Maharishi-Kolleg für Naturgesetz, Akademie für Vedische Wissenschaft, Maharishi Kolleg, Maharishi Kolleg für Vedische Medizin, Maharishi Friedenspalast und Maharishi Center für Unbesiegbarkeit (seit 2007).

Organisation

Weltweit gibt es nach Angaben der Organisation mehr als 1.000 Lehrinstitute für Transzendentale Meditation und mehrere unter der Verwaltung der TM-Organisation stehende Universitäten, z. B. in Indien das Maharishi Institute of Management, in den USA die Maharishi University of Management (MUM) (vormals Maharishi International University, MIU).

Als Forschungseinrichtung ohne regulären Vorlesungsbetrieb wurde 1975 in Seelisberg, Schweiz, die Maharishi European Research University (MERU) gegründet, die 1990 in Vlodrop, Niederlande, als eingetragene „Stichting Maharishi European Research University“ das ehemalige Franziskanerkloster Kolleg St. Ludwig erwarb; das Gelände ist heute internationale Zentrale und Wohnsitz Maharishis.

Unter dem Dach des 1989 von der indischen Regierung gegründeten National Institute of Open Schooling (NIOS) unterhält die Maharishi Vidya Mandir Indiens größtes Netz privater Elementarschulen, nach eigenen Angaben mit mehr als 80.000 Schülern.

In Kambodscha betreibt die Australian Aid for Cambodia Fund drei Campus der Maharishi Vedic University (MVU) „für die ländliche Bevölkerung“, mit den Fakultäten Medizin, Landwirtschaft und Management und mehreren Tausend Studenten: die einzige Universität außerhalb Phnom Penhs.

In Deutschland gibt es ca. 170 Kontaktstellen, für die der Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst REMID heute etwa 1.000 zum engeren Kreis gehörende Lehrende schätzt sowie etwa 5.000 bis 10.000 aktive Personen im Umfeld. Die Eigenangaben der Organisation sprechen von 200.000 Personen, die seit Anfang der 1960er Jahre in Deutschland einen TM-Grundkurs absolviert hatten, und von 6 Mio. Grundkursteilnehmern weltweit. Die deutsche Hauptverwaltung befindet sich in Hannover.

Der Fernsehsender Maharishi Channel – Maharishi Open University strahlt mehrere mehrsprachige Programme via Satellit und Internet aus.

Über den finanziellen Wert der Organisation und über das Vermögen Maharishis gibt es nur Schätzungen. Laut der Encyclopedia Britannica betrug in den späten Neunzigern das Vermögen u.a. aus Immobilien, Kliniken und Bildungseinrichtungen 3 Milliarden Dollar. Dem Spiegel zufolge schätzten indische Wirtschaftskreise Maharishis Vermögen im Jahr 2002 auf umgerechnet über 5 Milliarden Euro.

Lehre

Transzendentale Meditation

Gemäß der Lehre Maharishis wird Transzendentale Meditation zweimal täglich zwanzig Minuten geübt. Dabei soll der Meditierende bequem sitzend, mit geschlossenen Augen innerlich ein Mantra wiederhohlen. Die Auswahl der Mantren wird von der Organisation geheim gehalten. Ehemalige TM-Lehrer haben bekannt gemacht, dass es sich bei den Mantren um Namen von Hindu-Gottheiten handeln soll, die entsprechend Alter und Geschlecht der in die Technik einzuführenden Person ausgewählt werden. Konzentration oder Kontemplation soll nicht erforderlich sein. In der Meditation erfahre der Meditierende, bei voller Wachheit, sog. „Transzendentales Bewusstsein“, ein Zustand ohne gedankliche Aktivität, woraus sich der Name der Technik ergab. Von Maharishi wird die Einzigartigkeit der Technik betont; Grundelemente finden sich aber auch in anderen Meditationstechniken.

Der Unterricht ist in einem Sieben-Schritte-Verfahren weltweit standardisiert: kostenfrei zwei Informationsvorträge und ein persönliches Gespräch; kostenpflichtig ein Grundkurs mit vier Einzellektionen zu zwei Stunden mit einem Check up zehn Tage danach. Kursabsolventen haben Anrecht auf lebenslanges Follow up, über das sie die Korrektheit ihrer Praxis jederzeit überprüfen lassen können. In den 1970er Jahren lagen die Kosten für einen Grundkurs noch bei 75 Dollar. Inklusive Follow up werden inzwischen europaweit einheitlich 2.380 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) verlangt (Schweiz: 2.900 CHF). Unterrichtet werden soll die Transzendentale Meditation der TM-Organisation zufolge ausschließlich von autorisierten Lehrern. Dies versucht sie durch den markenrechtlichen Schutz des Begriffs „Transzendentale Meditation“ zu gewährleisten, der nur von autorisierten Lizenznehmern verwendet werden darf.

Allerdings hat u. a. die Kursgebühr dazu geführt, dass einige ehemalige TM-Lehrer nunmehr unabhängig lehren und die Meditation, meist unter nur leicht abweichenden Namen, günstiger (zu Preisen zwischen 300 und 400 Euro)[30] anbieten. Diese Entwicklung wurde seit 2005 dadurch gefördert, dass die TM-Organisation von ihren Lehrern eine Rezertifizierung verlangt, die bis zum Jahr 2007 gekoppelt war an die Bedingung des Vollzeiteinsatzes. Teilnehmer „unabhängiger“ Grundkurse werden zu Fortgeschrittenen-Kursen der TM-Organisation nicht zugelassen. Sie müssen zuvor einen regulären Grundkurs absolviert haben.

TM-Sidhis und Yogisches Fliegen

Neben der grundlegenden Meditationtechnik beinhaltet die Lehre von Maharishi Mahesh Yogi auch Fortgeschrittenen-Programme, u. a. die Techniken der TM-Sidhis und des so genannten „Yogischen Fliegens“. Sidhis (auch Siddhis) sind übernatürliche Fähigkeiten, die man angeblich durch die konsequente Übung des Yoga erreichen kann. Bei der Auswahl und Zusammenstellung der Sutras hat sich Maharishi Mahesh Yogi an die Yoga-Sutras (Sammlung von Lehrsprüchen zum Yoga) von Patanjali angelehnt. Die TM-Sidhi-Techniken bestehen im Wesentlichen darin, nach der Anwendung der TM-Technik mit der inneren Wiederholung von Sutras (schlagwortartige Kurztexte) zu beginnen: Alle 15 Sekunden wird ein kurzer Satz oder ein Wort innerlich wiederholt.

Yogisches Fliegen soll den Ausübenden in die Lage versetzen, frei schweben zu können. In der Darstellung von Maharishi werden drei Stufen Yogischen Fliegens beschrieben. Bei Anwendung des entsprechenden „Flug-Sutras“ könne es zu Levitationserfahrungen kommen, die zu sprunghaften Fortbewegungen des gesamten Körpers über kurze Distanzen (zwischen einigen Zentimetern und über einen Meter) führen. In der zweiten Stufe könne es ohne jeden Muskeleinsatz zu einem Gleiten über den Boden kommen, während die dritte Stufe durch eine willentliche freie Bewegung des Körpers durch den Raum gekennzeichnet sei. Bei den meisten Anwendern der TM-Sidhi-Technik kann man nach Angaben des Anbieters regelmäßig das erste beschriebene Stadium beobachten. Filmaufnahmen lassen vermuten, dass es sich um eine einfache Hüpftechnik handelt. Schwebezustände der weiteren Stadien, die gegen die üblichen Gesetze der Physik verstoßen würden, wurden bislang nicht beobachtet.

Maharishi Ayurveda

Die deutsche Ayurveda-Szene wird weitgehend von TM-Organisationen und -Firmen geprägt, deren Dienstleistungen und Produkte (der Maharishi Technology Corporation in Vlodrop, Niederlande) unter der Bezeichnung Maharishi Ayurveda angeboten werden.

Maharishi-Effekt

Als „Maharishi-Effekt“ bezeichnet die TM-Organisation einen positiven Effekt auf die Gesellschaft, sobald ein Anteil von mehr als einem Prozent der Bevölkerung, privat und zu Hause, TM ausübt. Von „erweitertem Maharishi-Effekt“ wird seit 1976 gesprochen. Hierzu müssten auch die TM-Sidhi-Techniken, einschließlich des Yogischen Fliegens, ausgeübt werden: zeitgleich und an einem Ort. Dann genüge schon die Quadratwurzel aus einem Prozent der Bevölkerung, um den Effekt zu erzeugen.

Über 50 Feldversuche und 23 Untersuchungen, die die Wirkung dieser Effekte belegen, seien bisher durchgeführt worden, u.a. nach einer mehrwöchigen Versammlung 1993 in Washington D.C., an der 4.000 TM-Meditierende teilgenommen hatten.

Seit Juli 2006 bemüht sich die TM-Organisation, den Effekt dauerhaft zu erzeugen. Mit dem Aufbau einer Gruppe von 20.000 Teilnehmern, die den Effekt global erzeugen soll, soll in Indien begonnen worden sein[35]; seit Juli 2006 bemüht man sich um das Zustandekommen einer entsprechenden Gruppe in den USA, und der Aufbau einer Gruppe von 2.500 Teilnehmern, die den Effekt für Europa hervorrufen soll, habe man in Mazedonien in Angriff genommen. In Südamerika seien entsprechende Gruppen bis Jahresende in mehreren Ländern etabliert: u. a. in Peru, Bolivien und Chile.[38] Ziel sei, solche Gruppen in allen Ländern der Erde zu etablieren.

Forschung

Die Meditationstechnik der Transzendentalen Meditation ist in vielfältiger Weise wissenschaftlich untersucht und ihre medizinischen, psychischen und sozialen Effekte sind sowohl positiv als auch negativ bewertet worden. Die TM-Organisation bewirbt ihre Technik mit diesen Forschungsergebnissen und interpretiert sie insgesamt als einen Beleg dafür, dass sie vier Mal wirksamer sei als alle anderen Entspannungstechniken.

2003 berichteten Canter und Ernst in der Wiener Klinische Wochenschrift über zehn randomisiert-kontrollierte Studien, die sich mit längerfristigen Wirkungen der TM auf kognitive Funktionen befasst hatten. Vier Studien hätten signifikant positive, vier keinen und zwei gemischte Resultate gezeigt. Canter und Ernst merkten an, dass bei den vier signifikant positiven Studien die Versuchspersonen schon vor Beginn der Studie beabsichtigt hatten, TM zu erlernen, und interpretierten die Ergebnisse deshalb als Folge einer Erwartungshaltung. Für die These, TM verbessere zunehmend die geistigen Leistungen, sahen sie in den zehn Studien „keinen überzeugenden Beleg“. Orme-Johnson, Co-Autor einer der untersuchten Studien, kritisierte die Arbeit von Canter und Ernst. Erwartungshaltungen könnten kognitive Leistungen nicht beeinflussen. Eine der Untersuchungen, die der TM aus Sicht von Canter und Ernst keine Wirkung beschied, sei doppelt gezählt worden. Eine wichtige randomisiert-kontrollierte Studie sei unberücksichtigt geblieben. Bei einer Studie seien etliche Versuchspersonen vorzeitig aus dem Experiment ausgeschieden, andere hätten TM nicht regelmäßig praktiziert. Die beiden Studien, in denen Canter und Ernst nur ein gemischtes Ergebnis erkannten, seien bei korrekter Auswertung im wesentlichen als positiv zu werten.

Kritik zur Finanzierung der Forschung

Dem Soziologen Barry Markovsky zufolge ist ein Großteil der Forschung zur Transzendentalen Meditation durch die TM-Organisationen selbst finanziert. Die beteiligten Wissenschaftler seien nicht neutral und versuchten nicht, ihre Theorien zu widerlegen (wie es der kritische Rationalismus einfordern würde), sondern sie zu belegen. The Journal of the American Medical Association (JAMA) bat den Wissenschaftsjournalisten Andrew A. Skolnick, die finanziellen Verbindungen der TM-Organisation mit den Forschern Brihaspati Dev Triguna und Deepak Chopra zu recherchieren, die einen Artikel in der JAMA zur Wirksamkeit von Ayurveda und Transzendentaler Meditation veröffentlicht hatten, aber ihre finanziellen Verbindungen zur TM-Organisation nicht angegeben hatten. Er zeigte, dass sie finanziell mit der TM-Organisation verbunden sind, und beschrieb auch die finanziellen Verquickungen des Forschers Tony Nader mit der Organisation. In Skolnicks Artikel wurden weitere Vorwürfe gegenüber der TM-Bewegung erhoben, wie der Verkauf teurer, angeblich nutzloser pflanzlicher Medikamente an AIDS-Kranke.

Kontroversen

Sektenvorwurf und Gesundheitsgefahr 

In den 1980er Jahren bemühte sich die TM-Organisation, negative Äußerungen staatlicher „Sektenberichte“ gerichtlich zu unterbinden. Das Oberwaltungsgericht Münster gelangte zu der Überzeugung, dass von Transzendentaler Meditation keine Gefahr ausgehe und untersagte der Bundesregierung mit Urteil 18. Dezember 1985 (5 A 1125/84) entsprechende Aussagen. Nach Revision der Bundesregierung änderte das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 23. Mai 1989 (BVerwGE Bd. 82 S. 76 ff) diese Entscheidung ab, mit der Begründung, die Bundesregierung habe sich inzwischen auf minimale Warnungen vor psychischen Schäden lediglich bei labiler Persönlichkeitsstruktur zurückgezogen. Ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 15. August 1989 (NJW 1989 S. 3269f) wies darauf hin, dass zwar die Qualifizierung der TM-Bewegung als Jugendsekte oder Jugendreligion, im Rahmen einer warnenden Äußerung der Bundesregierung, weder Ehrverletzung noch unzulässiger Eingriff des Staates in die Weltanschauungs- und Religionsfreiheit sei. Ein genereller oder auch nur signifikant häufiger Zusammenhang zwischen TM und psychischen Störungen werde von der Bundesregierung nicht mehr behauptet. Deshalb gebe es keinen Anlass mehr, ihr diese Aussagen gerichtlich zu untersagen.

1996 setzte der Bundestag eine Enquête-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ ein, die 1997 und 1998 zu dem Ergebnis kam, dass die untersuchten 450 Gruppen „insgesamt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefahr darstellen“ und das diskriminierende Wort „Sekte“ nicht mehr verwendet werden sollte. Die TM-Organisation wertet dies als Zeichen, dass sich die Bundesregierung „aufgrund eines langen Prozesses und der Arbeit der Enquête-Kommission offenbar eines Besseren hat belehren lassen.“ Seit 1996 habe die Bundesregierung keinen Sektenbericht mehr herausgegeben, der TM erwähnt, und sich auch sonst nicht mehr negativ über TM geäußert.

Politik

Regierungen, auch demokratische, werden von Maharishi kritisiert: Sie seien unfähig, Problemen vorzubeugen. Er fordert deshalb ein Bildungswesen, das die Ausbildung von Bewusstsein in den Vordergrund stellt, sowie Gruppen Yogischer Flieger, die das kollektive Bewusstsein positiv beeinflussen. Eine auch im Internet veröffentlichten Handreichung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (Autor: Hansjörg Hemminger, Beauftragter für Weltanschauungsfragen) wirft der TM-Bewegung hingegen vor, sie verfolge eine „totalitäre politische Ideologie auf der Grundlage eines Hindu-Fundamentalismus“, betreibe einen „aktiven Kampf gegen demokratische Staatsformen“ und ihre Institutionen und wende sich „gegen allgemeine Menschenrechte“. Hemminger beruft sich auf eine Rede Maharishis vom 16. Juli 2000.

Eine von Maharishi zur politischen Änderung vorgeschlagene Strategie war das massenhafte Verklagen von Staatsorganen. Im Jahr 2000 empfahl die TM-Organisation ihren Mitgliedern, Strafanzeige gegen die Deutsche Bundesregierung einzureichen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung: Die Bundesregierung fördere nur die „Schulmedizin“, eine objektive Information der Bevölkerung über Transzendentale Meditation hingegen werde systematisch behindert. Die ca. 1.000 Anzeigen, die nach Angabe der TM-Organisation bei den Staatsanwaltschaften eingingen, wurden sämtlich abgewiesen: Es gebe keine tatsächlichen Anhaltspunkte für Straftatbestände und somit keinen Grund für Ermittlungen. Ebenso rief die TM-Organisation zur Steuerverweigerung auf wegen der in ihren Augen illegalen Beteiligung der Bundesregierung am Kosovokrieg.